Erst die Säulen, dann die Beiträge
Ohne Struktur wird jeder Monatsplan zur Ideenqual: ein leeres Blatt, dreissig leere Tage, und die Frage, was um Himmels willen man posten soll. Mit vier wiederkehrenden Content-Säulen dreht sich das um. Die Säulen sind Kategorien, die jeden Monat gleich bleiben; nur ihre Füllung wechselt. Statt was posten wir? lautet die Frage dann nur noch: Welches Projekt zeigen wir diesen Monat, welche Kundenfrage beantworten wir, wen aus dem Team stellen wir vor? Das ist ein viel kleinerer Denkschritt, und er funktioniert für ein Restaurant genauso wie für eine Treuhandfirma:
- Zeigen, was du tust: Projekte, Vorher-Nachher, Blick hinter die Kulissen
- Zeigen, was du weisst: Tipps, Antworten auf Kundenfragen, kleine Anleitungen
- Zeigen, wer ihr seid: Team, Werte, Alltag, Jubiläen
- Sagen, was du willst: Angebote, Termine, offene Stellen, Aufrufe
Faustregel für die Mischung: höchstens ein Viertel Verkauf. Drei Viertel des Plans geben etwas (Wissen, Einblick, Unterhaltung), ein Viertel darf etwas wollen. Der Grund ist simpel: Niemand folgt einem Profil, das nur verkauft, so wie niemand einen Bekannten mag, der nur über sich redet. Die drei gebenden Säulen bauen das Vertrauen auf, das die vierte dann einlösen darf. In der Praxis heisst das bei zwölf Beiträgen pro Monat: höchstens drei mit Angebot, Termin oder Aufruf, und selbst die funktionieren besser, wenn sie konkret bleiben, etwa noch zwei freie Kurstermine im November statt jetzt buchen.
Eine Beispielwoche als Raster
| Tag | Säule | Beispiel |
|---|---|---|
| Dienstag | Wissen | Antwort auf eine häufige Kundenfrage, als Carousel |
| Donnerstag | Arbeit zeigen | Aktuelles Projekt oder Produkt, ein starkes Bild |
| Samstag | Team oder Angebot (wechselnd) | Woche A: Einblick ins Team. Woche B: Angebot oder Termin |
Vier Wochen mal drei Slots ergeben zwölf Beiträge. Wer das Raster einmal festgelegt hat, plant den Monat in einer Sitzung, weil nur noch die Lücken zu füllen sind, nicht die Struktur. Das Raster ist dabei bewusst ein Vorschlag, kein Gesetz: Ein Coiffeursalon legt den Team-Slot vielleicht auf den Samstag, weil dann die Laufkundschaft schaut, eine B2B-Firma streicht den Samstag ganz und postet Dienstag und Donnerstag. Entscheidend ist nur, dass die Slots fix sind und die Säule pro Slot feststeht. Sobald beides steht, wird aus der kreativen Grossaufgabe eine Reihe kleiner Einsetzübungen, und genau das macht den Monatsplan durchhaltbar.
Die vier Schritte im Ablauf
Kundenfragen der letzten Wochen, anstehende Termine, laufende Projekte, saisonale Anlässe. Alles ungeordnet in eine Liste.
Jedes Thema in einen Slot der Beispielwoche. Lücken mit der Wissens-Säule füllen, die geht immer.
Alle Texte und Bilder in einem Durchgang statt häppchenweise. Batching halbiert den Aufwand, weil du im Fluss bleibst.
Alle Beiträge einplanen. Der Monat läuft dann von allein, du reagierst nur noch auf Kommentare.
Der dritte Schritt ist der, an dem von Hand am meisten Zeit hängt, und er ist zugleich der, bei dem Batching am stärksten wirkt. Wer alle zwölf Texte nacheinander schreibt, ist ab dem dritten im Fluss: Der Ton sitzt, die Formulierungen kommen schneller, und Bilder lassen sich gleich serienweise auswählen oder aufnehmen. Verteilt auf zwölf einzelne Abende zahlt man dagegen zwölfmal den Anlauf. Als Praxiswert: Dieselben zwölf Beiträge kosten am Stück etwa die Hälfte der Zeit, die sie einzeln kosten würden, bei besserer und vor allem gleichmässigerer Qualität.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein fiktives, aber typisches Beispiel: Eine Gartenbaufirma mit zwölf Leuten plant ihren September am letzten Freitagnachmittag im August. Die Sammelphase dauert eine Viertelstunde und ergibt: zwei laufende Umgebungsprojekte, die Herbstpflanzung als Saisonthema, drei Kundenfragen aus dem Sommer (Rasen nach der Hitze, Heckenschnitt-Termine, Laub), ein zehnjähriges Firmenjubiläum eines Mitarbeiters und ein freier Platz für eine Lernenden-Stelle. Verteilt auf das Raster mit drei Slots pro Woche ist der Monat damit praktisch voll: Projekte in die Arbeit-zeigen-Slots, die Kundenfragen in die Wissens-Slots, Jubiläum und Stelleninserat in die Team- und Angebots-Slots.
Produziert wird am selben Nachmittag: Die Projektfotos liegen ohnehin auf den Handys der Vorarbeiter, die Wissensbeiträge entstehen als kurze Texte mit je einem Bild aus dem Archiv, das Stelleninserat übernimmt den Text der Website. Nach gut zwei Stunden ist der September terminiert, und die Firma postet einen Monat lang verlässlich, während die Konkurrenz von Woche zu Woche improvisiert. Das Beispiel zeigt den eigentlichen Trick des Monatsplans: Er verlegt die Arbeit dorthin, wo Ruhe ist, statt sie im Tagesgeschäft zu verlieren.
Derselbe Plan mit KI: fünf Minuten statt ein Vormittag
Genau diesen Ablauf automatisiert der publy Monatsplaner: Du wählst Vorlagen und die Anzahl Beiträge, die KI erstellt für jeden Post Text und Bild in deinem Branding, und der Zeitplan steht. Das Branding kommt dabei nicht aus einem Formular, sondern aus deiner Website: Farben, Ton und Themen liest publy einmalig aus und wendet sie auf jeden Beitrag an. Du gehst die Beiträge einzeln durch, passt an, was dir nicht passt, tauschst ein Bild oder schärfst eine Formulierung, und planst alles mit einem Klick ein. Die vier Schritte von oben bleiben dieselben, nur schrumpfen die ersten drei auf Minuten, und deine Arbeit verlagert sich dorthin, wo sie hingehört: auf das Prüfen und Entscheiden statt auf das Produzieren. Der Monatsplaner gehört zum Gratis-Teil von publy, zusammen mit dem Erstellen und dem Kalender für acht Kanäle.
Die drei häufigsten Fehler
- Zu ambitioniert starten: 20 Beiträge planen und ab Monat zwei aufgeben. Lieber 8, die stattfinden.
- Nur Verkauf posten: Ein Feed aus lauter Angeboten ist ein Prospekt, dem niemand folgt.
- Den Plan als Gesetz behandeln: Ein aktueller Anlass darf jeden geplanten Beitrag verschieben. Der Plan ist das Sicherheitsnetz, nicht der Käfig.
Alle drei Fehler haben denselben Ursprung: Der Plan wird als Leistungsziel missverstanden statt als Entlastung. Ein Monatsplan ist gelungen, wenn er den Kopf freimacht, nicht wenn er beeindruckt. Deshalb lieber klein anfangen und nach zwei gehaltenen Monaten aufstocken, als gross anfangen und im dritten Monat das ganze Vorhaben begraben. Und wenn ein geplanter Beitrag von der Realität überholt wird, etwa weil das gezeigte Projekt sich verzögert, ist das Verschieben per Drag-and-drop im Kalender eine Sache von Sekunden, kein Scheitern des Plans.
Häufige Fragen dazu
Wie viele Beiträge sollte ein Monatsplan enthalten?
Für die meisten KMU 8 bis 12 Feed-Beiträge, also 2 bis 3 pro Woche. Das ist genug, um sichtbar konstant zu sein, und wenig genug, um es neben dem Tagesgeschäft zu halten. Mehr lohnt sich erst, wenn die Produktion durch Vorlagen oder KI fast nichts mehr kostet. Und weniger ist auch in Ordnung: Acht gehaltene Beiträge schlagen zwanzig geplante, von denen die Hälfte ausfällt.
Was kostet ein Social-Media-Monatsplan?
Von Hand vor allem Zeit: typischerweise ein halber bis ganzer Arbeitstag pro Monat, je nachdem, wie viel Bildmaterial schon vorliegt. Bei Agenturen ist die Monatsplanung Teil der Betreuungspauschale, die typischerweise bei mehreren Hundert Franken pro Monat beginnt. Im publy Monatsplaner ist die Monatsplanung mit Texten und Bildern gratis; du investierst nur noch die Prüfzeit.
Wie weit im Voraus sollte ich planen?
Ein Monat ist der beste Kompromiss: weit genug, um in einem Durchgang zu produzieren, nah genug, um aktuell zu bleiben. Quartalspläne veralten, weil in drei Monaten zu viel passiert, Wochenpläne stressen, weil die Planung nie aufhört. Saisonale Fixpunkte wie Weihnachten oder die Sommerpause darfst du trotzdem früher notieren, damit sie im richtigen Monatsplan landen.
Brauche ich für jeden Kanal einen eigenen Plan?
Nein. Plane einmal, passe pro Kanal Format und Textlänge an. Ein Carousel für Instagram wird auf LinkedIn ein Dokument-Post, das Bild bleibt dasselbe, der Text wird für LinkedIn etwas sachlicher und für Facebook etwas ausführlicher. Ein Plan, mehrere Ausspielungen: So bleibt der Aufwand bei einem Kanal, die Präsenz aber bei dreien.
Was mache ich mit dem Plan, wenn ein Beitrag nicht funktioniert?
Nichts Dramatisches: Ein einzelner schwacher Beitrag ist Rauschen, kein Signal. Interessant wird es über den Monat: Wenn die Wissensbeiträge verlässlich mehr Reaktionen holen als die Projektbilder, verschiebt sich die Mischung im nächsten Plan. Der Monatsrhythmus ist dafür ideal, weil er eine natürliche Auswertungsrunde mitliefert: erst planen, dann laufen lassen, dann eine Viertelstunde auf die Zahlen schauen.
Wer im Betrieb sollte den Monatsplan machen?
Eine Person mit Entscheidungsbefugnis und Nähe zum Tagesgeschäft, nicht zwingend die Chefin selbst. Wichtig sind zwei Dinge: Die Person kennt die Projekte und Kundenfragen des Betriebs, und sie darf Beiträge freigeben, ohne für jede Bildlegende eine Sitzung einzuberufen. Bewährt hat sich ein Duo: Eine Person plant und produziert, die zweite liefert Fotos und Ideen von der Front zu.
Mehr zum Modul dahinter: Social Media Autopilot bei publy.