Warum brauchen Notariate Social Media?
Das Schweizer Notariat ist föderal organisiert und kantonal höchst unterschiedlich strukturiert: In Zürich, Bern und Luzern dominieren Amtsnotariate (öffentlich-rechtlich), in der Westschweiz und im Tessin freie Notare (privatrechtlich), in vielen Kantonen Mischsysteme. Diese Komplexität verstehen die wenigsten Bürger — und genau hier liegt die Chance: Wer als Notar oder Notariat aktiv aufklärt, gewinnt Mandate.
Eine Untersuchung des Schweizerischen Notarenverbands (SNV) zeigt: 79% der Klientinnen unter 50 informieren sich vor dem Notartermin online — und 34% wählen ihren Notar primär nach Online-Präsenz und Kundenrezensionen aus. Für freie Notare in Kantonen wie Genf, Waadt, Wallis oder Tessin ist Social Media damit zum entscheidenden Akquise-Kanal geworden. Aber auch Amtsnotariate profitieren — über höheres Vertrauen, bessere Vorbereitung der Mandantinnen und reduzierte Beratungsintensität bei Routinefragen.
Hinzu kommt der demografische Wandel: Die grosse Erbgeneration (Babyboomer) gibt in den nächsten 20 Jahren rund CHF 95 Milliarden in der Schweiz weiter — Erbrecht, Erbverträge und vorzeitige Erbregelungen werden Mega-Themen. Wer hier digital sichtbar ist, gewinnt Mandate.
Welche Plattformen eignen sich für Notariate?
LinkedIn ist die wichtigste Plattform für Notare. Hier finden sich Geschäftsführer, KMU-Inhaberinnen, Liegenschaftseigentümer und Erblasser — die Kernzielgruppen. Sachliche Posts zu Erbrecht, Eheverträgen, Vermögensplanung und Gesellschaftsgründungen positionieren als kompetente Fachperson.
Facebook bleibt für die Generation 50+ — und damit für Erbrechts-Themen — extrem relevant. In ländlichen Regionen und kleineren Städten ist Facebook für Notariate oft der wichtigste Sichtbarkeits-Kanal.
Instagram wird für moderne, jüngere Notariate zunehmend interessant — gerade bei Themen wie Konkubinatsverträge, Eheverträge bei Patchwork-Familien oder Eigenheim-Kauf für junge Familien. Carousel-Posts mit Aufklärung funktionieren überraschend gut.
Content-Ideen für Notariate
- Erbrecht-Basics: Pflichtteil, Verfügungsfreiheit, Erbverträge — das neue Erbrecht 2023 hat vieles geändert. Aufklärung dringend nötig.
- Ehe vs. Konkubinat vs. Eingetragene Partnerschaft: Welche Vertragsform passt? Welche Konsequenzen hat welche Wahl?
- Liegenschaftskauf-Ablauf: Der notarielle Kaufvertrag, Schuldbrief-Eintrag, Grundbuchamt — Schritt für Schritt erklärt.
- Gesellschaftsgründung kompakt: GmbH-Gründung, Statutenänderungen, Kapitalerhöhungen — was wird notariell beurkundet?
- Vorsorge-Auftrag: Seit Erwachsenenschutzrecht 2013 möglich — viele wissen nicht, dass es so etwas gibt.
- Ehe- und Erbvertrag kombinieren: Bei Patchwork-Familien essentielle Kombination — sehr starkes Beratungsthema.
- Kantonale Besonderheiten: "Was ist anders im Wallis vs. Genf?" — föderale Komplexität entwirren.
- Stichtage und Fristen: Erbschaftsausschlagung (3 Monate), Pflichtteilsklage (1 Jahr) — fristkritische Themen.
- Kosten-Transparenz: "Was kostet ein Erbvertrag?", "Notarkosten beim Hauskauf in Bern" — konkrete Zahlen wirken Vertrauen.
Best Practices für Notariate auf Social Media
- Berufsgeheimnis ist absolut: Niemals Mandatenfälle, auch nicht anonymisiert, posten. Allgemeine Aufklärung statt Fall-Beschreibung.
- Kantonale Unterschiede kommunizieren: Notarrecht ist kantonal — was in Zürich gilt, gilt nicht in Genf. Immer Kanton spezifizieren.
- Aktualität sicherstellen: Erbrecht 2023, neues Aktienrecht 2023, GmbH-Anpassungen — bei Gesetzesänderungen sofort posten.
- Sachlich-seriöser Tonfall: Notariat ist Vertrauensgeschäft. Tonfall muss kompetent und seriös bleiben — nicht "kumpelhaft".
- Quellen angeben: Bei Verweisen auf ZGB, OR oder kantonale Gesetze immer mit Artikelnummer.
- Verbands-Mitgliedschaft prominent: SNV-Mitgliedschaft schafft Vertrauen — gehört in Bio.
Häufige Fehler bei Notariaten
- Konkrete Mandanten-Beratung im Kommentar: "Wie soll ich meinen Erbvertrag gestalten?" gehört in eine entgeltliche Beratung.
- Veraltete Inhalte: Posts zu altem Erbrecht (vor 2023) oder altem GmbH-Recht (vor 2023) verwirren mehr als sie helfen.
- Zu juristisch: "Pflichtteilsverletzung gemäss Art. 522 ZGB" sagt Bürgern nichts. Übersetze in Alltagssprache.
- Politische Einordnungen: Gesetzesänderungen sachlich kommentieren — nicht politisch positionieren.
- Vernachlässigung des Persönlichen: Notare sind Personen, keine anonymen Institutionen. Stelle dein Team vor.
Notariate und KI-Content-Erstellung mit Publy
Notariate haben einen klaren Bedarf: regelmässige, fundierte Aufklärung — aber wenig Zeit für Content-Produktion. Publy ermöglicht es, in 5 Minuten professionelle Posts im Notariats-Design zu erstellen, die sachlich-seriös wirken und zur Kanzlei passen.
Vorlagen für wiederkehrende Themen wie "Erbrecht-Basics", "Stichtag-Reminder" oder "Gesetzesänderung erklärt" lassen sich einmal anlegen und immer wieder schnell befüllen. So baust du als Notariat eine kontinuierliche Sichtbarkeit auf, die langfristig zu Mandaten führt — gerade in den wachstumsstarken Bereichen Erbrecht, Vorsorge-Auftrag und Eigenheim-Beratung.