CHF 300 pro Monat für bezahlte Werbung. Das ist ein realistisches Budget für ein Schweizer KMU, das gerade mit Social Ads beginnt. Die Frage, die dann fast immer kommt: Facebook oder Instagram? Die Antwort ist nicht so einfach wie „Verwende Instagram, weil Facebook alt ist" – aber sie ist konkret.
Wer nutzt was in der Schweiz 2026
Zuerst die Fakten zur Nutzerbasis:
Facebook in der Schweiz:
- ca. 3,8 Millionen aktive Nutzer
- Schwerpunkt: 35–65 Jahre
- Stärke: Gruppen, Events, lokale Communitys
- Durchschnittsalter der Nutzer: 42 Jahre
Instagram in der Schweiz:
- ca. 3,2 Millionen aktive Nutzer
- Schwerpunkt: 18–45 Jahre
- Stärke: Visueller Content, Markenbewusstsein, jüngere Entscheider
- Durchschnittsalter der Nutzer: 34 Jahre
Wichtig: Da beide Plattformen zu Meta gehören, schaltest du Ads über einen Kanal – den Meta Ads Manager. Du kannst dieselbe Kampagne auf beiden Plattformen gleichzeitig ausspielen und per Placement-Report auswerten, wo dein Budget besser arbeitet.
Kosten im Vergleich: CPM und CPC
In der Schweiz liegen die typischen Kosten:
| Metrik | Facebook | Instagram | |--------|----------|----------| | CPM (Kosten pro 1000 Impressionen) | CHF 8–18 | CHF 10–22 | | CPC (Kosten pro Klick) | CHF 0.50–1.80 | CHF 0.80–2.50 | | CTR (Klickrate) | 0.8–1.5 % | 0.6–1.2 % |
Facebook ist im Schnitt günstiger pro Klick und Impression. Instagram erzielt dafür oft höhere Engagement-Raten (Likes, Saves, Kommentare) – die sich allerdings nicht immer in Klicks übersetzen.
Wann Facebook Ads besser sind
Facebook-Werbung funktioniert besser, wenn:
- Deine Zielgruppe über 40 ist: Coiffeur, Sanitär, Versicherungsbroker, Haushaltsgeräte, Seniorenbetreuung.
- Du lokale Events bewirbst: Die Facebook-Eventfunktion hat keinen Instagram-Äquivalent. Events in Bern, Luzern, Winterthur mit lokalem Targeting konvertieren gut.
- Du Retargeting machst: Facebook Custom Audiences und Website Custom Audiences funktionieren technisch identisch, aber ältere Zielgruppen reagieren eher auf Facebook-Anzeigen.
- Dein Budget unter CHF 200/Monat liegt: Bei sehr kleinen Budgets ist das günstigere CPM auf Facebook ein Vorteil.
Wann Instagram Ads besser sind
Instagram-Werbung funktioniert besser, wenn:
- Dein Produkt visuell ist: Restaurants, Mode, Interior Design, Fotografie, Fitness, Kosmetik.
- Deine Zielgruppe unter 40 ist: Jüngere Schweizer Konsumenten sind auf Instagram deutlich aktiver als auf Facebook.
- Du Markenbekanntheit aufbauen willst: Story-Ads auf Instagram erzielen hohe Sichtbarkeit zu moderaten Kosten.
- Du E-Commerce betreibst: Instagram Shopping-Integration und Product-Tags funktionieren auf Instagram deutlich besser.
Die optimale Strategie mit CHF 300/Monat
Empfehlung für einen Einstieg:
Woche 1–2: Schalte eine Kampagne mit CHF 15/Tag auf Automatic Placements (Meta entscheidet selbst). Lass Meta testen, wo dein Budget besser arbeitet.
Woche 3–4: Öffne den Placement-Report. Wenn eine Plattform mehr als doppelt so viele Conversions liefert: Fokussiere 80 % des Budgets dort.
Konkrete Budgetverteilung nach dem Test:
- Wenn Instagram besser: CHF 250 Instagram, CHF 50 Facebook (Retargeting)
- Wenn Facebook besser: CHF 230 Facebook, CHF 70 Instagram (Awareness für jüngere Zielgruppe)
Technisches Setup: Was du brauchst
Vor der ersten Kampagne:
- Meta Pixel auf deiner Website installieren (über Google Tag Manager oder direkt im Code)
- Meta Business Suite einrichten, Zahlungsmethode hinterlegen (SEPA oder Kreditkarte)
- Conversion-Events definieren: „Kontaktformular abgeschickt", „Kauf abgeschlossen", „Telefonnummer angeklickt"
- Custom Audience aus Website-Besuchern erstellen (mindestens 100 Personen nötig)
Ohne Pixel-Daten ist dein Targeting blind. Dieser Schritt ist nicht optional.
FAQ
Kann ich dieselbe Anzeige auf beiden Plattformen verwenden? Technisch ja. Empfohlen: leicht angepasste Creatives. Instagram bevorzugt quadratische oder vertikale Formate (9:16), Facebook funktioniert auch mit horizontalen Bildern (1200×628 px).
Wie lange sollte ich eine Kampagne laufen lassen, bevor ich optimiere? Mindestens 7 Tage, besser 14 Tage. Meta braucht Zeit, um den Algorithmus auf deine Zielgruppe zu kalibrieren. Häufiges Ein-/Ausschalten oder Budgetänderungen stören diesen Lernprozess.
Was ist ein realistischer ROAS für ein KMU? Für E-Commerce: ROAS von 2–4 ist bei kleinen Budgets realistisch. Das bedeutet: pro CHF 100 Werbeausgaben CHF 200–400 Umsatz. B2B oder Dienstleistungen: ROAS ist schwerer messbar; tracke stattdessen Leads.
Fazit
Facebook für günstigere Klicks und ältere Zielgruppen. Instagram für Markenaufbau, visuell starke Branchen und jüngere Konsumenten. Bei Unsicherheit: Meta Automatic Placements 14 Tage testen, dann entscheiden. Mit publy.ch kannst du Anzeigentexte schnell in verschiedenen Varianten erstellen und A/B-testen.