Wie der Wildwuchs entsteht
Kein Betrieb beschliesst, uneinheitlich auszusehen. Es passiert: Der Lernende baut den Post im einen Werkzeug, die Chefin im anderen, das Blau ist mal dunkler, mal heller, und nach einem Jahr sieht der Feed aus wie von fünf verschiedenen Firmen. Jede einzelne Abweichung war winzig und begründbar. In Summe zerstören sie das, was Wiedererkennung eigentlich leisten soll: dass man deinen Beitrag erkennt, bevor man den Namen liest.
Der Fehler liegt nie bei den Personen, sondern im fehlenden System: Wenn die Farbwerte in niemandes Kopf und in keinem Werkzeug hinterlegt sind, wird bei jedem Beitrag neu geschätzt. Schätzung ist der Feind der Wiedererkennung.
Das Brand-Kit: fünf Festlegungen
| Element | Was du festlegst | Häufigster Fehler |
|---|---|---|
| Farben | Eine Hauptfarbe, eine Akzentfarbe, exakte Werte (Hex) | Farben nach Augenmass nachgebaut statt kopiert |
| Schriften | Eine Schrift für Titel, eine für Text, feste Grössenstufen | Jeder Beitrag mit anderer Schrift, weil das Werkzeug eine vorschlägt |
| Logo | Eine helle und eine dunkle Version, feste Ecke, fester Abstand | Logo mal links, mal rechts, mal gequetscht |
| Bildstil | Fotografisch oder illustrativ, hell oder kontrastreich, definiert in drei Beispielbildern | KI-Bilder in wechselnden Stilen, die nicht zueinander passen |
| Tonalität | Du oder Sie, locker oder sachlich, zwei Beispielsätze | Der Text klingt je nach Autor nach einer anderen Firma |
In vier Schritten zum System
Farben, Schriften, Logo-Dateien und Beispiele dorthin, wo die Beiträge entstehen. Ein PDF im Ordner, das niemand öffnet, ist kein Brand-Kit.
Je eine für die häufigsten Beitragstypen: Tipp, Projekt, Team, Angebot, Zitat. Vorlagen verwenden ausschliesslich die Kit-Werte.
Kein Beitrag startet auf der leeren Fläche. Jeder startet aus einer Vorlage, auch die Chefin, auch am Sonntag.
Alle Beiträge der letzten drei Monate nebeneinander: Erkennt man die Firma? Wo eine Abweichung auffällt, fehlt eine Vorlage.
Der Schritt weiter: Branding, das automatisch ankommt
Dass viele nach einer canva alternative suchen (in der Schweiz rund 50 Mal pro Monat), hat oft genau diesen Grund: Vorlagen helfen nur, wenn das Branding zuverlässig drinsteckt. In publy liest das System dein Brand-Kit direkt aus deiner Website: Farben, Stil und Ton. KI-Hintergründe und Designs entstehen automatisch in deinem Look, und Texte wie Logo bleiben bearbeitbare Ebenen. Das Erstellen ist gratis, und niemand im Team kann versehentlich das falsche Blau erwischen.
Häufige Fragen dazu
Brauche ich dafür eine Agentur oder ein Corporate-Design-Handbuch?
Für den Start nicht: Die fünf Festlegungen aus der Tabelle passen auf eine Seite und sind an einem Nachmittag gemacht. Ein Handbuch von der Agentur lohnt sich, wenn viele Kanäle, Drucksachen und Dienstleister dieselbe Sprache sprechen müssen.
Was, wenn wir gar keine definierten Farben haben?
Dann existieren sie implizit längst: im Logo, auf der Website, am Firmenauto. Nimm die zwei Farben, die dort dominieren, bestimme die exakten Werte, und erkläre sie zum Standard. Perfekt ist egal, verbindlich zählt.
Dürfen Beiträge auch mal aus der Reihe tanzen?
Ja, gezielt: Ein Spontanfoto von der Baustelle braucht kein Vorlagen-Design, Echtheit schlägt hier Einheitlichkeit. Die Regel gilt für gestaltete Beiträge: Tipps, Angebote, Ankündigungen. Dort ist jede Abweichung Verschleiss an der Wiedererkennung.
Wie halte ich KI-Bilder im Corporate Design?
Indem Stil und Farben aus dem Brand-Kit in jeden Bildauftrag einfliessen, statt jedes Mal neu beschrieben zu werden. Werkzeuge, die das Brand-Kit kennen, erzeugen Hintergründe direkt im eigenen Look. Text gehört dabei nie ins Bild, sondern als Ebene darüber.
Mehr zum Modul dahinter: Design und KI-Bilder bei publy.