Die ehrliche Rechnung zuerst
Selber machen wirkt gratis und ist es nie: 4 bis 8 Stunden pro Woche für Ideen, Texte, Bilder, Planung und Antworten sind zum eigenen Stundenwert gerechnet schnell mehr als jede Agenturpauschale. Wer als Inhaberin mit einem Stundenwert von CHF 120 rechnet und ehrlich fünf Wochenstunden einsetzt, gibt rechnerisch über CHF 2'000 pro Monat aus, ohne dass je eine Rechnung eintrifft. Dazu kommt der versteckte Preis: Social Media ist die erste Aufgabe, die liegen bleibt, wenn das Geschäft ruft, und genau dann entsteht die monatelange Stille, die Profile entwertet. Ein Malergeschäft in der Hochsaison, eine Praxis in der Grippewelle, ein Restaurant im Dezember: Immer dann, wenn am meisten zu zeigen wäre, fehlt die Zeit, es zu zeigen.
Übrigens ein stilles Problem: Der Suchbegriff social media betreuung wird in der Schweiz nur rund 50 Mal pro Monat gesucht. Die meisten KMU googeln die Frage nicht, sie schieben sie vor sich her. Das erklärt auch, warum so viele Profile im immer gleichen Zustand verharren: ein motivierter Start im Januar, ausdünnende Beiträge bis zum Frühling, Stille ab Sommer. Die Entscheidung zwischen Selbermachen, Auslagern und System wird nicht getroffen, sie wird vertagt, und Vertagen ist die teuerste der drei Optionen, weil sie Zeit kostet und trotzdem nichts produziert.
Die drei Modelle im Vergleich
| Modell | Kostet | Kontrolle über Ton und Inhalt | Passt wenn |
|---|---|---|---|
| Selber machen | 4 bis 8 Stunden pro Woche | Volle Kontrolle, volle Last | Jemand im Team hat Zeit UND Freude daran |
| Agentur oder Freelancer | typischerweise CHF 500 bis 3'000 pro Monat | Abgabe an Dritte, Abstimmungsaufwand bleibt | Strategie fehlt oder alles soll komplett weg |
| Software mit KI | unter CHF 100 bis wenige Hundert pro Monat | Maschine produziert, du gibst frei | Die Arbeit soll weg, die Kontrolle bleiben |
Die drei Modelle schliessen sich nicht aus, und die Übergänge sind fliessend: Viele Betriebe starten mit Selbermachen, merken nach einem Jahr, dass die Konstanz fehlt, und wechseln dann entweder zur Agentur oder zum System. Der umgekehrte Weg kommt ebenso vor: Wer bei einer Agentur war und gemerkt hat, dass er Themen und Bilder ohnehin selbst liefert, holt die Produktion mit einem System zurück und spart die Pauschale. Entscheidend ist, das eigene Engpass-Problem zu kennen: Fehlt Zeit, fehlt Wissen oder fehlt Disziplin? Jedes der drei Modelle löst einen anderen dieser Engpässe am besten.
Der Entscheid in vier Fragen
Beides muss stimmen. Zeit ohne Lust produziert Pflichtbeiträge, Lust ohne Zeit produziert Strohfeuer. Fehlt eines, ist reines Selbermachen raus.
Wer nicht weiss, was er wem erzählen soll, kauft am besten einmalig Strategie ein. Wer es weiss und nur nicht dazu kommt, hat ein Produktionsproblem, und das ist automatisierbar.
Multipliziere deine 4 bis 8 Wochenstunden mit deinem Stundenwert und vergleiche mit den Modellen oben. Diese Zahl beendet die meisten Diskussionen.
Je persönlicher dein Geschäft, desto teurer wird die Abgabe an Dritte: Eine Agentur muss deinen Ton erst lernen und trifft ihn nie ganz. Ein System mit Freigabe lässt dir das letzte Wort.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein fiktives, aber typisches Beispiel: Ein Gartenbaubetrieb mit zwölf Mitarbeitenden gibt einer Agentur den Auftrag, für typischerweise CHF 1'200 pro Monat die Kanäle zu betreuen (Marktbeobachtung Schweiz 2026, ohne Gewähr). Nach einem halben Jahr zeigt sich das Muster: Die Beiträge sind sauber gestaltet, aber austauschbar, weil die Agentur die Baustellen nie sieht. Die guten Fotos liefert weiterhin der Vorarbeiter über einen Gruppenchat, die Themen kommen aus dem Monatscall mit der Chefin, und die Kommentare unter den Beiträgen bleiben liegen, weil das Antworten nicht im Paket ist.
Die nüchterne Bilanz: Der Betrieb bezahlt für Gestaltung und Terminplanung, liefert aber Rohstoff und Ton selbst und hat das Gespräch mit der Kundschaft trotzdem am Hals. Genau diese Konstellation ist der Fall für das dritte Modell: Die Fotos vom Vorarbeiter fliessen in ein System, das daraus Beiträge im eigenen Look baut, die Chefin gibt in zehn Minuten pro Woche frei, und die eingesparte Pauschale bleibt im Betrieb. Die Agentur wäre die richtige Wahl gewesen, wenn Strategie und Kampagnen gefehlt hätten, nicht die Fleissarbeit dazwischen.
Der dritte Weg konkret
Der publy Social Media Autopilot ist für genau diese Mitte gebaut: Das System liest dein Branding aus deiner Website, der Erstellen-Bereich bringt dreiunddreissig Anlässe mit Text und Bild mit, der Kalender veröffentlicht auf acht Kanälen, und du gibst jeden Beitrag einzeln frei. Das Erstellen, Vor Ort und der Kalender sind gratis. So bleibt vom Selbermachen nur der Teil übrig, der wirklich dich braucht: die Freigabe und das Gespräch mit deiner Kundschaft.
Warnsignale beim Auslagern
Auslagern kann hervorragend funktionieren, aber die Verträge werden im guten Moment geschlossen und im schlechten geprüft. Diese vier Signale zeigen, dass ein Mandat nicht liefert, was es kostet:
- Die Agentur postet, aber niemand beantwortet Kommentare: Der Kanal wirkt betreut und ist es nicht
- Du lieferst Themen, Texte und Bilder weiterhin selbst: Dann kaufst du eine Terminfunktion zum Agenturpreis
- Die Zugänge laufen über die Agentur: Konten und Inhalte müssen dir gehören, sonst beginnt der Wechsel bei null
- Kein monatlicher Blick auf Zahlen: Ohne den weiss niemand, ob das Geld etwas bewirkt
Keines dieser Signale ist ein Grund für einen Knall, aber jedes ist ein Grund für ein Gespräch. Eine gute Agentur kann auf alle vier eine Antwort geben oder das Paket anpassen. Wenn die Antwort ausbleibt oder auf das nächste Quartal vertröstet, ist das die eigentliche Antwort.
Häufige Fragen dazu
Was kostet ein guter Freelancer für Social Media?
In der Schweiz typischerweise CHF 500 bis 1'500 pro Monat, stark abhängig von Umfang und Erfahrung (Marktbeobachtung 2026, ohne Gewähr). Der Vorteil ist die feste Bezugsperson, das Risiko die Abhängigkeit von genau dieser Person.
Kann ich mischen: Strategie einkaufen, Produktion automatisieren?
Ja, das ist für viele KMU die beste Kombination: einmalig eine Positionierung und einen Themenplan erarbeiten lassen, danach die laufende Produktion mit einem System abwickeln. So zahlst du für Denkarbeit einmal statt jeden Monat.
Ab welcher Firmengrösse lohnt sich eine Agentur?
Weniger eine Frage der Grösse als des Budgets und Anspruchs: Wer dauerhaft über CHF 1'000 pro Monat für Sichtbarkeit einplant und Kampagnen statt nur Präsenz will, bekommt bei einer guten Agentur echten Gegenwert. Darunter ist das Geld in System plus eigener Zeit meist besser angelegt.
Was passiert mit dem Kanal, wenn ich die Agentur kündige?
Das ist die wichtigste Vertragsfrage vor dem Start: Konten, Inhalte und Zugänge müssen dir gehören und übergeben werden. Kläre auch, ob Rohdaten wie Bildvorlagen und Planungsdokumente mitkommen, sonst beginnt der Nachfolger bei null.
Wie viel Zeit bleibt bei mir, wenn ich auslagere oder automatisiere?
Ganz auf null kommt niemand, und das ist gut so: Freigaben, das Beantworten von Kommentaren und das Liefern von echten Momenten aus dem Betrieb bleiben in jedem Modell bei dir. Rechne mit ein bis zwei Stunden pro Woche statt vier bis acht. Der Unterschied: Diese Stunden sind die wertvollen, in denen du mit Kundschaft sprichst, nicht die zähen, in denen du auf eine leere Fläche starrst.
Woran erkenne ich vor dem Vertrag eine gute Agentur?
An den Fragen, die sie stellt: Eine gute Agentur will zuerst Zielgruppe, Angebot und Ziel verstehen, bevor sie über Kanäle und Frequenzen spricht. Verlange zwei, drei Referenzkunden aus ähnlichen Branchen und schau dir deren Profile an: Sehen die Beiträge nach dem jeweiligen Betrieb aus oder nach der Agentur? Und kläre schriftlich, was im Paket ist, insbesondere ob das Beantworten von Kommentaren und Nachrichten dazugehört.
Mehr zum Modul dahinter: Social Media Autopilot bei publy.