Das Gerüst: fünf Seiten mit je einer Aufgabe
| Seite | Aufgabe | Das Wichtigste darauf |
|---|---|---|
| Startseite | In 5 Sekunden klären: was, für wen, wo | Ein Satz zum Angebot, ein Beleg (Bewertungen), ein nächster Schritt |
| Angebot / Leistungen | Den Überblick geben und zu den Leistungsseiten führen | Leistungen als Liste mit Links, keine Prosa-Wand |
| Über uns | Vertrauen: wer dahintersteckt | Echte Gesichter mit Namen, Werdegang, keine Stockfotos |
| Referenzen / Arbeiten | Beweisen statt behaupten | Konkrete Projekte mit Bildern, Zahlen und Kundenstimmen |
| Kontakt | Die Anfrage so leicht wie möglich machen | Formular mit 3 bis 5 Feldern, Telefon, Adresse, Antwortzeit-Versprechen |
Der Satz, dass jede Seite genau eine Aufgabe hat, ist dabei mehr als eine hübsche Formel: Er ist das Prüfkriterium für jede Inhaltsentscheidung. Soll das neue Zertifikat auf die Startseite? Nur wenn es dort die 5-Sekunden-Klärung stärkt, sonst gehört es zu Über uns oder auf die betreffende Leistungsseite. Braucht die Geschichte der Firmengründung eine eigene Seite? Nein, sie ist Teil des Vertrauens und gehört gekürzt zu Über uns. Wer jede Idee an der Aufgabe der Seite misst, hält die Website automatisch schlank, und schlank heisst hier: schnell erfassbar für Menschen, die zwischen zwei Terminen einen Anbieter suchen.
Der Hebel: eine Seite pro Kernleistung
Der grösste Unterschied zwischen einer Visitenkarten-Website und einer, die Anfragen bringt, sind die Leistungsseiten. Gesucht wird nicht Gartenbau Muster, sondern sitzplatz pflästern oder heckenschnitt preis: Jede Kernleistung braucht ihre eigene Seite, die genau diese Suche beantwortet, mit Ablauf, Preisrahmen und Beispielen. Dieselben Seiten sind es, die KI-Assistenten zitieren, wenn jemand nach der Leistung in deiner Region fragt.
Als Faustregel: drei bis sieben Leistungsseiten für die Angebote, die Geld bringen. Nicht für jede Nebentätigkeit eine, sonst verdünnt sich die Pflege. Der Aufbau jeder Leistungsseite folgt demselben Muster: Die Frage der Kundschaft als Titel oder erster Satz, dann die direkte Antwort mit Preisrahmen, dann der Ablauf in Schritten, dann zwei, drei Beispiele mit Bildern, am Ende das Formular. Wer sich fragt, welche Leistungen eine Seite verdienen, nimmt die Auftragsliste des letzten Jahres: Die drei Leistungen mit dem meisten Umsatz und die eine, von der es künftig mehr sein soll. Das ist der Seitenplan, ganz ohne Keyword-Werkzeug.
Die Baureihenfolge
Der Weg zur Anfrage muss vom ersten Tag an funktionieren. Eine Startseite mit klarem Satz und Formular ist eine brauchbare Website, alles Weitere ist Ausbau.
Die Leistungen mit der grössten Nachfrage oder Marge zuerst. Lieber zwei gute als sieben halbe.
Beweise und Gesichter nachziehen, sobald Material da ist: Fotos von echten Projekten, echte Kundenstimmen.
Weitere Leistungsseiten, Antworten auf Kundenfragen, Aktuelles. Eine Website ist ein Bestand, der wächst, kein Projekt, das endet.
Die Baureihenfolge widerspricht dem Bauchgefühl, das mit der Startseite beginnen und beim Feinschliff hängen bleiben will. Sie folgt stattdessen dem Wert jeder Seite: Der Weg zur Anfrage bringt Geld, die Leistungsseiten bringen Besucher, alles andere bringt Vertrauen und kann warten. Praktisch heisst das auch: Eine Website darf unfertig live gehen, solange das Fertige funktioniert. Fünf gute Seiten online schlagen fünfzehn geplante im Entwurfsordner, denn nur veröffentlichte Seiten sammeln Besucher, Anfragen und die Rückmeldungen, aus denen die nächsten Seiten entstehen. Der Massstab für jede weitere Ausbaustufe bleibt gleich: Beantwortet die neue Seite eine Frage, die echte Kundschaft wirklich stellt?
Die häufigsten Fehler beim Seitenplan
- Alles auf eine Seite packen: Onepager sind schnell gebaut und schwer auffindbar, weil keine Seite ein spezifisches Thema besetzt
- Wir-über-uns-Sprache: Seiten aus Firmensicht (unsere Philosophie) statt aus Kundensicht (was Sie bekommen)
- Kein nächster Schritt: Seiten, die informieren, aber nirgends zur Anfrage führen
- Seiten auf Vorrat: leere Rubriken wie News mit einem Eintrag von 2023 schaden mehr als ihr Fehlen
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein fiktives, aber typisches Beispiel: Ein Sanitär- und Heizungsbetrieb hat eine Website mit zwölf Seiten, darunter Philosophie, Geschichte, Partner und ein News-Bereich mit einem Eintrag von vor zwei Jahren. Was fehlt: eine eigene Seite für Badumbauten, obwohl sie die Hälfte des Umsatzes ausmachen, und eine für den Heizungsersatz, obwohl genau danach in der Region laufend gesucht wird. Beides steht als je ein Absatz auf der Sammelseite Leistungen, unauffindbar für Suchende und unzitierbar für KI-Assistenten.
Der Umbau dreht das Verhältnis um: Philosophie, Geschichte und Partner wandern gekürzt zu Über uns, der verwaiste News-Bereich verschwindet ersatzlos, und dafür entstehen zwei richtige Leistungsseiten mit Ablauf, Preisrahmen und Beispielen aus echten Aufträgen. Aus zwölf Seiten werden neun, und trotzdem ist die Website inhaltlich gewachsen, weil die zwei Seiten, nach denen tatsächlich gesucht wird, jetzt existieren. Die erste Anfrage über die Badumbau-Seite kommt im Quartal darauf, mit dem schönsten Satz, den eine Website auslösen kann: Ich habe auf Ihrer Seite gesehen, wie das bei Ihnen abläuft.
Vom Seitenplan zu Seiten, die gefunden werden
Mit dem Plan ist die Hälfte getan, die andere Hälfte ist Bauen und Pflegen. Fürs Pflegen gilt dieselbe Regel wie für den Bau: Eine Leistungsseite, die du nicht selbst anlegen kannst, legst du nie an. Und eine Seite, die niemand findet, zahlt auf nichts ein. Genau dort setzt publy an: Es misst täglich, bei welchen Kundenfragen ChatGPT, Perplexity, Gemini und Claude deinen Betrieb nennen, und schreibt gegen die Lücken Antwortseiten und Blogartikel, die direkt in dein bestehendes CMS gehen. Der Seitenplan wächst damit dort weiter, wo tatsächlich gesucht wird.
Häufige Fragen dazu
Brauche ich einen Blog?
Kein Muss, aber der natürliche Ort für Antworten auf Kundenfragen, und genau die zahlen auf Suche und KI-Sichtbarkeit ein. Die ehrliche Bedingung: nur anfangen, wenn regelmässig etwas kommt. Ein Blog mit drei alten Einträgen wirkt schlechter als keiner.
Brauche ich eine eigene Preisseite?
Zumindest Preisrahmen gehören auf die Leistungsseiten: ab CHF X oder eine Spanne. Wer Preise ganz versteckt, verliert die Anfragen der Menschen, die nicht anrufen wollen, ohne eine Grössenordnung zu kennen. Transparenz filtert zudem die falschen Anfragen weg.
Wie viele Seiten sind zu viele?
Zu viele sind alle, die niemand pflegt. Das Gerüst plus drei bis sieben Leistungsseiten plus wachsende Antwortseiten ist für die meisten KMU das gesunde Mass. Jede Seite braucht eine Aufgabe und eine Person, die sie aktuell hält.
Was gehört auf die Startseite, wenn ich mehrere Zielgruppen habe?
Die Startseite nennt das gemeinsame Dach und führt dann pro Zielgruppe auf eine eigene Seite. Der Fehler ist, allen alles gleichzeitig zu sagen: Dann fühlt sich niemand angesprochen. Verzweigen ist besser als vermischen.
Brauche ich für jeden Standort eine eigene Seite?
Ja, sobald die Standorte unterschiedliche Einzugsgebiete bedienen: Jede Standortseite trägt Adresse, Öffnungszeiten, Team und Anfahrt des jeweiligen Orts und verknüpft sich mit dem zugehörigen Google-Unternehmensprofil. Gesucht wird mit Ortsbezug, und eine gemeinsame Kontaktseite für alle Standorte kann diesen Bezug nicht herstellen. Wichtig ist, dass die Seiten sich echt unterscheiden, kopierte Texte mit ausgetauschtem Ortsnamen wirken auf Google wie auf Menschen billig.
In welcher Sprache oder in mehreren Sprachen?
In der Sprache deiner Kundschaft, und nur dann mehrsprachig, wenn du die Pflege in beiden Sprachen durchhältst: Eine französische Version, die bei jeder Änderung Wochen hinterherhinkt, schadet dem Vertrauen mehr, als sie Reichweite bringt. Für die meisten Deutschschweizer KMU mit lokalem Einzugsgebiet reicht Deutsch. Mehrsprachigkeit lohnt sich dort, wo das Einzugsgebiet sie wirklich verlangt, etwa in zweisprachigen Regionen oder im Tourismus.
Mehr zum Modul dahinter: KI-Sichtbarkeit bei publy.