Warum weniger Kanäle mehr bringen
Jeder Kanal kostet dasselbe: laufend Inhalte, laufend Antworten auf Kommentare und Nachrichten, laufend Pflege. Wer diese Kosten auf vier Kanäle verteilt, hat vier Auftritte, die alle nach wenig aussehen. Ein verwaistes Profil mit drei Monate alten Beiträgen ist dabei schlimmer als gar keines: Es sendet an Kundschaft und Bewerbende das Signal, dass hier niemand hinschaut.
Die Rechnung dreht sich um, sobald ein Kanal wirklich läuft: Dieselben Inhalte lassen sich mit wenig Aufwand für Zweitkanäle anpassen. Der richtige Weg ist deshalb nicht breit starten, sondern schmal starten und aus der Routine heraus wachsen.
Die Auswahlhilfe je Kanal
| Kanal | Stark für | Schwäche |
|---|---|---|
| Google Unternehmensprofil | Jeden lokalen Betrieb: wird vor dem Anruf gelesen, zählt für Suche und KI-Empfehlungen | Kein Ersatz für einen Community-Kanal |
| Sichtbares Handwerk, Gastro, Beauty, Läden: alles, was gut aussieht | Reine B2B-Dienstleistung erreicht hier wenig Entscheider | |
| Lokales Publikum ab mittlerem Alter, Vereine, Veranstaltungen, Gruppen | Organische Reichweite pro Beitrag ist klein | |
| B2B, Recruiting, Fachthemen: Entscheider mit Name und Rolle erreichbar | Braucht Substanz, reine Werbebeiträge verpuffen | |
| TikTok | Junges Publikum, Recruiting von Lernenden, Reichweite über die Region hinaus | Hoher Produktionsrhythmus, eigener Tonfall nötig |
Die Grundregel dahinter: Verkauft dein Betrieb an Firmen, führt der Weg über LinkedIn. Verkauft er an Privatpersonen und hat etwas zu zeigen, über Instagram oder Facebook. Das Google-Unternehmensprofil steht in beiden Fällen gesetzt.
In vier Schritten zum Kanalmix
Frag die nächsten zehn Kundinnen und Kunden, wo sie unterwegs sind. Zehn Antworten schlagen jede Statistik, weil es deine Leute sind.
Der Kanal, auf dem die meisten davon sind und der zu deinem Angebot passt. Dort gilt die volle Frequenz von zwei bis drei Beiträgen pro Woche.
Kategorien, Öffnungszeiten, Fotos, ein Beitrag pro Woche. Das ist kein Social-Media-Projekt, sondern Grundhygiene.
Läuft der Hauptkanal ohne Krampf, kommt ein Zweitkanal mit angepassten Zweitverwertungen dazu. Läuft er nicht, ist ein zweiter Kanal die falsche Antwort.
Ein Beitrag, mehrere Kanäle
Der Aufwand pro Zusatzkanal sinkt drastisch, wenn du nicht pro Kanal produzierst, sondern einmal produzierst und verteilst: Das Instagram-Carousel wird auf LinkedIn ein Dokument-Post, das Projektfoto wird ein Google-Beitrag. Genau dafür ist der publy Kalender gebaut: Er veröffentlicht auf acht Kanälen aus einer Oberfläche, und der Monatsplaner erstellt 30 Tage Content in einem Durchgang. Erstellen, Kalender und Monatsplaner sind gratis.
Woran du merkst, dass ein Kanal gestrichen gehört
- Der letzte Beitrag ist über zwei Monate alt, und niemand hat es gemerkt
- Es kommen seit einem halben Jahr weder Kommentare noch Nachrichten noch Erwähnungen
- Die Inhalte entstehen nur für diesen Kanal und lassen sich nirgends zweitverwerten
- Niemand im Betrieb kennt das Passwort auswendig, und das stört auch niemanden
Häufige Fragen dazu
Reicht das Google-Unternehmensprofil allein?
Für sehr lokale Betriebe mit voller Auftragslage kann es tatsächlich reichen: Es wird vor dem Anruf gelesen und zählt für Suche und KI-Empfehlungen. Sobald du wachsen, rekrutieren oder eine Marke aufbauen willst, braucht es einen Kanal dazu, auf dem du Geschichten erzählen kannst.
Muss ein KMU auf TikTok?
Nein. TikTok lohnt sich, wenn deine Zielgruppe jung ist oder du Lernende suchst, und wenn jemand im Team Freude am Format hat. Ohne beides ist es der erste Kanal, den du streichen solltest.
Was ist mit WhatsApp und Newslettern?
Beides sind Direktkanäle, keine Reichweitenkanäle: Sie erreichen Menschen, die dich schon kennen, dafür zuverlässig. Als Ergänzung zum Hauptkanal sind sie oft wirksamer als ein dritter Social-Media-Auftritt.
Soll ich einen toten Kanal löschen oder stehen lassen?
Weder noch: entweder reaktivieren oder auf ein Minimum zurückbauen. Ein Profil mit korrekten Kontaktdaten, einem fixierten Beitrag und dem Hinweis auf den Hauptkanal schadet nicht. Ein Profil mit veralteten Angeboten und falschen Öffnungszeiten schon.
Mehr zum Modul dahinter: Social Media Autopilot bei publy.